Die Leipziger Buchmesse wird im Frühjahr 2018 als Gastland Rumänien begrüßen und damit eine der dynamischsten literarischen Szenerien Europas näher vorstellen. Wir wollen dieses Ereignis zum Anlass nehmen, die Literatur, aber auch die Künste und die Geschichte sowohl Rumäniens als auch der Republik Moldau in ihren meist im Westen unbekannt gebliebenen Hintergründen als auch aktuellen Entwicklungen zu beleuchten. In Buchrezensionen, Interviews, Reportagen, Essays und Aufsätzen wollen Autorinnen und Autoren ihre eigenen Themen und ihre Perspektiven auf die Kultur Rumäniens und der Republik Moldau formulieren und damit beitragen zu einer immer noch notwendigen Aufklärung im deutschsprachigen Raum über die kulturellen Landschaften um den Karpatenbogen und zwischen Pruth und Dnjestr.

Dies soll nicht einseitig geschehen, sondern unter Einbeziehung rumänischer bzw. moldauischer AutorInnen.

Ein Blog greift zur Messe aktuelle Themen auf, die die Literatur Rumäniens und der Republik Moldau betreffen.

(Kontakt unter: info@kultro.de.)

 


Was es noch zu tun gibt...

Dass die rumänische Literaturszene eine dynamische und vielfältige Erscheinung innerhalb der europäischen Sprachen darstellt, hat sich bei unseren Nachbarn eher herumgesprochen als in deutschsprachigen Verlagen und Redaktionen. Ein Artikel hat vor einigen Jahren darauf aufmerksam gemacht. Vieles blieb unübersetzt, jetzt generiert erfreulicherweise der Buchmessen-Schwerpunkt mehr Interesse an Rumänien und der Moldau.


Doina Ruştis prämierter Roman in deutscher Übersetzung

 

Im Jahr 2008 erhielt die Schriftstellerin Doina Ruşti für ihren großen Roman "Fantoma din moară" den Preis des Rumänischen Schriftstellerverbandes (USR) für die beste Prosa. Jetzt ist das Buch im Berliner KLAK-Verlag in der deutschen Übersetzung von Eva Ruth Wemme erschienen.

Es ist ein ambitionierter, überraschender, fantastischer und zugleich zutiefst realistischer Roman, den die Bukarester Hochschuldozentin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin vorlegt. Was zunächst nach einer ungewöhnlichen Entdeckung im Leben der gegenwärtigen Protagonistin Adela aussieht - dass sie nämlich ein Buch im Schaufenster einer Buchhandlung sieht, das ihre eigene Lebensgeschichte recht genau nacherzählt - wird im Laufe des Romans noch einmal gesteigert durch die Existenz eines Geistes in der Mühle ihres Heimatdorfes. Und damit begibt sich der Roman in die Vergangenheit dieses Dorfes und seiner Mühle, in der die ganze Geschichte begann... Es handelt sich bei der Geschichte des Umgangs der Dorfbewohner mit diesem Phantom um eine Parabel auf die Wirkung der Securitate und das alles durchdringende Staatsregime, die eine sehr ungewohnte und neue literarische  Umgangsweise mit diesem Phänomen hervorbringt. Die reiche Phantasie der Autorin und ihr genauer Blick auf das Dorf und seine BewohnerInnen machen aus diesem Roman ein herausragendes Werk der neueren rumänischen Literatur, das in einer flüssigen, gut lesbaren Übersetzung nun auch seine LeserInnen im deutschsprachigen Raum finden wird.

 

Doina Ruşti: Das Phantom in der Mühle. Roman. Aus dem Rumänischen übersetzt von Eva Ruth Wemme. KLAK-Verlag Berlin 2017, 410 S., ISBN 978-3-943767-46-9

 

 

Hier ein Hinweis auf das Buch in der Neuen Zürcher Zeitung...


Enescu global

Das Enescu Festival 2017 festigte seinen Ruf, eines der bestbesetzten Musikfestivals der Welt zu sein

Foto: www.kultro.de

 

September, Spätsommer, Bukarest zwischen Athenäum und Sala Mare a Palatului: Epizentrum der Musikwelt. Aufgeregte Enthusiasten, mehr oder weniger festlich gekleidet eilen über die Calea Victoria am Hilton Hotel vorbei in eine der beiden Aufführungsorte. Dabei hören sie nebenbei noch, was auf dem großen Platz auf einer Bühne geboten wird an kostenfreien Freiluftkonzerten. Tausende füllen das aus kommunistischer Zeit überkommene Betongebäude des Sala Palatului, in dem große Bukarester Massenevents der Musikwelt üblicherweise stattfinden.

 

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quo vadis?

Ende Dezember leitete die EU-Kommission gegen Polen ein Verfahren nach Artikel 7 des EU-Vertrags ein: Weil "infolge der Justizreformen in Polen die Justiz des Landes nun unter der politischen Kontrolle der regierenden Mehrheit [steht]." Es bestehe "die eindeutige Gefahr einer schwerwiegenden Verletzung der in Artikel 2 EV verankerten gemeinsamen Werte"; auch sei die Durchsetzung europäischen Rechts und europäischer Investitionen gefährdet. Weiterhin erhebt die Kommission Klage gegen Polen vor dem Gerichtshof der EU.

Wie konnte es soweit kommen, was geht in Polen vor, seit die Partei "Prawo i Sprawiedliwość (PiS; Recht und Gerechtigkeit) im Oktober 2015 mit nur 18% der Stimmen aller Wahlberechtigten die Regierung stellt? In dem sehr empfehlenswerten Buch "Polska first" sind informative und differenzierte Beiträge zur Gegenwart und jüngsten Geschichte Polens versammelt, die ein plastisches Bild jener politischen und gesellschaftlichen Landschaft entwerfen, in der unter Führung des Parteivorsitzenden Jarosław Kaczyński das EU-Land sich so weit von den Grundwerten der EU entfernt hat.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Enciclopedica Publishing House Bucureşti

Iris Barbura wieder entdeckt!

 

Sie war eine der bedeutendsten Tänzerinnen der Moderne aus Rumänien. In Deutschland bei den Legenden Mary Wigman, Gret Palucca u.a. ausgebildet, in Bukarest bald die No. 1 der Tanzszene in den Zwischenkriegsjahren.

Jetzt wurde sie wiederentdeckt - und ihre jahrelange Liaison mit dem Dirigenten Sergiu Celibidache. In Berlin war ihr im Frühjahr 2017 eine faszinierende Ausstellung gewidmet, an der ihre Schülerin Beth Soll teilnahm und als Hommage an ihre einstige Lehrerin eine Einstudierung mit SchülerInnen des Bukarester Liceul de coreografie "Florea Capsali" aufführte. Jetzt gibt es auch eine englischsprachige Biographie mit zahlreichen unveröffentlichten Fotos ...

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