Wo finde ich was?

 

Archive in Rumänien zur Geschichte der Deutschen

 

 

Wer etwas über die Geschichte der deutschen Minderheiten in Rumänien erfahren möchte, wird in Rumänien zunächst im System der Staatsarchive zu suchen beginnen. In den Kreisdienststellen des Nationalarchivs (Servicii Județene ale Arhivele Naționale ale România) werden historische Dokumente gesammelt und aufbewahrt. Wenn es um die deutschen Minderheiten des Landes geht, werden in deren Siedlungsgebieten die Kreisdienststellen Material vorhalten, da nach 1918 die früheren österreichisch-ungarischen Archive in dieses rumänische System eingepflegt wurden. Für die weitgehend geschlossenen Siedlungsgebiete der deutschen Minderheiten also vor allem in den Kreisen Cluj, Sibiu, Brașov, Timișoara, Satmar, Caransebeș. Für die Dobrudscha

Wie die Germanistin Michaela Nowotnick durch ihre wissenschaftlichen Recherchen in Siebenbürgen selbst erfuhr, hat sich zudem  innerhalb der Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen eine große Menge an Archivmaterial erhalten, das nicht in den staatlichen Archiven sich findet: in Familien, Institutionen, Behörden, Kirchen, u.a. Der Zustand dieses Materials war nicht zuletzt durch die Vernachlässigung infolge der Ausreise der meisten Sachsen nach Deutschland immer prekärer geworden. Es fehlte die interessierte Trägergemeinschaft, die das Material übernehmen und sichern könnte.  Hier droht einzigartiges historisches Material allmählich zu verschwinden. Auf der Basis eines von der  BgM geförderten Forschungsprojekts hat Nowotnick 2016 - 2017 In zwei Ausgaben der Zeitschrift Spiegelungen des IKGS in München hat Nowotnick knappe, meist von den leitenden Mitarbeitern der Archive verfasste Übersichtsbeiträge zu den Archiven in Rumänien zusammengetragen, die nicht nur  deutlich machen, was es an Archivmterial gibt, sondern auch  welche Anstrengungen an REcherche zu weiteren Archivquellen, zur Sicherung, Erhaltung und Reparatur notwendig sind. Nach Kreisen geordnet werden deren diverse Archive vorgestellt. Zunächst die Regionalstellen des Nationalarchivs in Sibiu, Cluj, Brașov, Alba Iulia und Mureș. Darüber hinaus wird auf das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche, darin die Transsylvania-Bibliothek der Evangelischen Kirche und die Friedrich Schuller-Schulbuchsammlung in Sibiu eingegangen. In Brașov auf Archiv und Bibliothek der Honterusgemeinde, in Cluj Jenseits davon beschäftigt sich das New Yorker Leo-Baeck-Institut mit Dokumenten der jüdischen Gemeinden in Siebenbürgen, während zum Siebenbürgisch-Sächsischen Wörterbuch Sigrid Haldenwang eine ausführliche Darstellung der Geschichte und Quellen gibt. Spuren des Jiddischen Theaters in den Archiven geht Corina L. Petrescu nach und Corneliu Pintilescu stellt das Saxonica-Projekt zur Alltagsgeschichte der Siebenbürger Sachsen vor.

Im zweiten Band geraten neben den reichhaltigen Kreisdienststellen des Nationalarchivs in Temeswar und Karansebeș sowie in Oltenien des Kreises Dolj (Craiova) vor allem weniger bekannte Archive und Sammlungen in den Fokus. So werden Quellen zur Geschichte der Deutschen in der Dobrudscha, in Bukarest, der Zipser Schulgeschichte, der Sathmarer Diözese, das Projekt Wörterbuch der Banater deutschen Mundarten oder das Archiv der Fotos von Eduard Höfer für die Allgemeine Deutsche Zeitung vorgestellt. Querschnitte gehen auf einzelne Forschungsgebiete ein. So gibt die Historikerin Marina Hausleitner einen Einblick in ihre jahrzehntelange Arbeit in rumänischen, ukrainischen und moldauischen Archive zu den deutschsprachigen Minderheiten, der u.a. erkennen lässt, weshalb bestimmte Quellen überliefert werden und andere nicht. Die CNSAS als Archiv der früheren Geheimdienste und der Securitate stellt mit Blick auf deutsche Schriftsteller Laura G. Laza vor. Auf Musiksammlungen geht Franz Metz ein, das ARchivgut zum deutschen Theater in Siebenbürgen und im Banat stellt Ursula Wittstock vor. Erwin Josef Țigla macht auf die Literatursammlungen des Alexander Tietz-Hauses in Reschitza aufmerksam, wo zahlreiche Aspekte der Berglanddeutschen des Banat gesammelt werden.

 

Juni 1941 - Das Pogrom von Iaşi (6)

Reflexionen eines Massenverbrechens in Historiographie und Kunst

 

Was in den Tagen vom 28. Juni bis 6. Juli 1941 in Iaşi (Jassy), der moldauischen Metropole im Nordosten des 1919 erstandenen Groß-Rumäniens geschah, blieb in der Nachkriegszeit lange ein nebelhaftes Mysterium. Zwar gedachte das 1947 installierte kommunistische Regime jährlich offiziell dem Mord an den Juden der Stadt, aber detaillierte Forschung wurde in den vierzig Jahren kaum betrieben, so dass die ideologisch gefärbte und motivierte Interpretation des Regimes für eine Epoche lang das Bild bestimmte. Dies hielt auch noch nach 1989 an, bis eine jüngere Generation von Historikern begann, nachzufragen und erstaunliche Fakten und Quellen zu Tage fördern konnte.

Mittlerweile hat in Ergänzung oder auch anstelle von fehlenden Darstellungen auch die Kunst in unterschiedlichen Formen sich des Themas angenommen. Dies ist Anlass, um an dieser Stelle sowohl die historische Forschung als auch die kulturhistorische Erinnerungs- und Reflexionsarbeit in ihren Formen vorzustellen - auch, damit dieses Ereignis des "stillen Holocaust" nicht vergessen wird.

 

Neue Ansätze und neue Ergebnisse

 

 

 

Adrian Cioflâncăs Forschungen zum Pogrom von Iași

 

 

 

Das tatsächliche Geschehen um das Pogrom von Iași blieb während des kommunistischen Regimes unter einem entleerten Zeremoniell der Jahrestage und oberflächlichen Bekundungen der Solidarität weitgehend verschüttet. Ein von zwei Forschern 1978 publiziertes offiziöses Buch 1) enthielt etwa zahlreiche Ungereimtheiten und Verschleierungen: Täter waren demnach die Wehrmacht oder die Legionäre, Deportationen von Juden wurden nicht erwähnt, die Teilnahme der Bevölkerung an den Gräueltaten verschwiegen. Nach der Wende von 1989 dauerte es eine geraume Zeit, bis eine jüngere Generation von Forschern sich des Themas mit neuen Fragestellungen und Forscherinteresse annahm. An der Iașier "Alexandru Ioan Cuza"-Universität mit ihrer großen historischen Fakultät studierte Adrian Cioflâncă vor allem die jüngere Geschichte Rumäniens wie etwa die Kriegsgeschichte oder die stalinistische Phase der kommunistischen Diktatur. Zudem entwickelte er bald ein hartnäckiges Interesse an dem Geschehen von 1941 und dessen Kontext.

Cioflâncă gehörte als jüngstes Mitglied sowohl der  Internationalen Kommission für die Erforschung des Holocaust unter Elie Wiesel (Comisia Internaţională pentru Studierea Holocaustului în România) als auch der zur Erforschung der kommunistischen Diktatur unter Vladimir Tismăneanu (Comisia Prezidenţială pentru Analiza Dictaturii Comuniste din România) an und arbeitete an beiden Abschlussberichten mit.

Mehrere seiner Publikationen hatten das Pogrom zum Thema. Cioflâncă konnte neue Quellen aufspüren und damit auch  Mängel in der bisherigen Forschungen deutlich machen. So ging er  Zeitungsberichten von einem Massengrab in einem Dorf bei Iași nach und entdeckte 2010 in Popricani die Überreste von 36 Opfern des Pogroms. In einem archäologisch-lokalhistorischen Projekt mit Befragungen von Zeitzeugen wurden in den Wiesen über dem Pruth an der Grenze zur Republik Moldau genaue Untersuchungen vorgenommen, die präzise die Vorgänge der Ermordung der zahlreichen Kinder, Frauen und wenigen Männer beleuchteten. Wenige Kilometer entfernt bei Stânca wurde 2000 ein Monument an der Stelle errichtet, an der bereits 1945 ein Massengrab entdeckt und von Gerichtsmedizinern beschrieben worden war. Demnach fanden dort 311 Menschen den Tod, vor allem Kinder, Frauen und ganze Familien. Das Monument ist mittlerweile vandalisiert worden, die rückseitige rumänische Inschrift nicht mehr erkennbar. (Historische Koinzidenz: Nur wenige hundert Meter von diesem baumlosen Wiesental wurde im Mai 1944 der Soldat Heinrich Böll schwer verletzt und von der Front am Pruth nach Ungarn transportiert, so dass er den "Kessel Iași-Chișinău" als einer der wenigen überlebte.2) Ebenso entdeckte Cioflâncă entlang der Strecke der "Todeszüge" weitere Massengräber durch Befragung von Zeitzeugen aus den Dörfern. Ganz aktuell hat Cioflâncă den Zielort Călărași der Todeszüge untersucht und dort die Unterbringung der 1100 Überlebenden der Todeszüge in einer Kaserne rekonstruiert. Am 27. September 2019  wurden dort am Bahnhof und dem jüdischen Friedhof Plaketten angebracht.

Die Forschungen Cioflâncăs brachten zwei bisher seltener herangezogene Quellengruppen in den Fokus: Zum einen bergen noch zahlreiche Archive Dokumente über das Pogrom. So entstanden anlässlich der nach dem Krieg geführten Kriegsverbrecherprozesse wie auch innerhalb der jüdischen Gemeinde umfangreiche Beweissammlungen. Sie werden heute zu nicht geringem Anteil in der Securitate-Behörde CNSAS aufbewahrt, weshalb Cioflâncă neben seinem Amt als Direktor des  Centrul pentru Studiul Istoriei Evreilor din România (CSIER) in Bukarest auch einen Posten bei der CNSAS einnimmt. Zum anderen sah Cioflâncă bei Forschungsaufenthalten am Holocaust Museum in Washington und in Jerusalem einen Großteil der  zahlreichen Fotoaufnahmen, die auffallenderweise bei dem Pogrom gemacht wurden. Diese lassen Rückschlüsse auf  konkrete Vorgänge und Orte zu.

Sind die Forschungsergebnisse Cioflâncăs in Büchern und Aufsätzen dokumentiert, so übersieht der Historiker die geschichtspolitische Seite des Pogroms nicht. Auf einer Website publizierte er mit weiteren Historikern für ein größeres Publikum Texte und Bilder zu den unterschiedlichen Phasen, Orten, Tätern und Opfern des Pogroms. Bis 2017 erweitert ist diese reichhaltige Plattform auch heute noch online und bietet unterschiedliche mediale Zugänge zu dem Geschehen. Besonders beeindruckend sind hier die Vorstellung einzelner Opfer in ihren Biographien sowie die Fotos von einer Fahrt zu den Stätten in Iași und den Haltepunkten der "trenii morții" (Todeszüge). Über die Website hinaus hat der Iașier Forscher wiederholt auch filmische und künstlerische Annäherungen an das Pogrom von Iași wissenschaftlich beraten (so Radu Judes Îmi este indiferent dacă în istorie vom intra ca barbari (2018) oder den Dokumentarfilm Souvenirs de Iași von Romulus Balasz (2016)). 

 

1) Aurel Karețki and Maria Covaci: Zile însîngerate la Iași. București: Editura Politică 1978.

2) Vgl. Markus Bauer: Sein einschneidendes Erlebnis. Wie Heinrich Böll von seinem Einsatz an einem weitgehend vergessenen Kriegsschauplatz geprägt wurde. In: FAZ Nr. 46 v. 23. Februar 2019.

 

 

https://www.pogromuldelaiasi.ro/

 

http://adriancioflanca.blogspot.com/

 


 

Abbilder des Grauens

Ein Fotoband über das Pogrom von Iaşi

 

in diesem dichten Verweisungszusammenhang bleiben einige offene Fragen nicht zu übersehen. So wird zwar auf die hierarchische Struktur des von wenigen Zentren dominierten früheren  nationalen ?? verwiesen, in dem es "kleinere" Literaturen nur als "marginale" Mitspieler in der Weltliteratur gab, die häufig lediglich als Nachahmer und Imitatoren der Großen wahrgenommen wurden. Es ist allerdings nicht erkennbar, inwieweit das neue Konzept selbst nicht lediglich Produkt der aktuellsten Überlegungen in den US-amerikanischen, französischen und englischen Universitätsseminaren ist, das nun auch in entfernter gelegene Regionen schwappt. Zwar bietet es zahlreiche Hinweise auf einen gleichartigen  Status der nicht zentralen Literaturen, aber es bleibt unübersehbar, dass die Gefälle des globalen Systems theoretisch nicht eingefangen wird.

Der graubärtige Mann im Zentrum des nebenstehenden Fotos steigt als einer der letzten in einen Güterwaggon am Bahnhof von Iaşi.  Er blickt zurück, weil offensichtlich jemand unter den

 

Abb.: Indiana University Press, Bloomington

 

 

 

Uniformierten mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger auf ihn zeigt und etwas sagt. Es sind fast nur noch Uniformierte zu sehen - mit Tellermützen, Käppis, Gürteln, Waffen, Umhängetaschen, Epauletten.

Im unscharfen Hintergrund könnte noch ein Zivilist zu identifizieren sein. Es scheint nur ein sehr enger schlauchartiger Korridor neben dem Zug zu sein, der die Uniformierten aufnimmt. Hinter dem Graubärtigen mit der Mütze, der sich von der höheren Stufe des Güter/Viehwaggons umdreht, sind ein junger Mann erkennbar, der versucht, in den vollen Waggon zu gelangen, sowie ein weiterer Mann, der bereits in der Waggontür mit dem Blick nach innen steht.

Das Foto ist auf dem Einband des Bandes zu sehen, der zahlreiche der mittlerweile bekannt gewordenen Aufnahmen jenes unmenschlichen Geschehens in Iaşi versammelt, das Ende Juni bis Anfang Juli 1941 sich abspielte. Es sind verstörende Bilder der Gewalt, die aus unterschiedlichen Archiven zusammengetragen wurden.

Als Einführung gibt ein Text des als Herausgeber genannten Radu Ioanid, Direktor beim US Holocaust Museum in Washington, eine knappe Darstellung des Geschehens aufgrund von Archivdokumenten und Publikationen wie Cartea Neagră  von Matatias Carp, das 1948 in zwei Bänden erschien, Marius Mircu Pogromul de la Iaşi unmittelbar nach Kriegsende 1945 publiziert oder der sechsbändigen Quellenedition von Jean Ancel Documents concerning the Fate of Romanian Jewry during the Holocaust, New York 1986. Allerdings zieht Ioanid auch die einzige größere Publikation in kommunistischer Zeit heran, die stark ideologisch gefärbt ist: Aurel Kareţki, Maria Covaci, Zile însîngerate la Iaşi, 1941. Bucureşţi 1978, in der das Bild eines von der Bestialtität der Deutschen angestifteter gesellschaftlicher "Abschaum" sich habe zu Mordtaten hinreißen lassen.

 


Dragnea in Bern - "#Rezist" auch

 

Die Einladung des Schweizer Nationalrates an die Spitze der rumänische Abgeordnetenkammer scheint eine Normalität auszudrücken - da deren Präsident aber Liviu Dragnea ist, wundern sich viele über diese Aufwertung des Politikers auf internationalem Parkett.

 

Vor einigen Tagen meldete die rumänische Presse, dass die Leitung des Abgeordnetenhauses - darunter dessen Präsident Liviu Dragnea (PSD), der Vizepräsident und Abgeordnete Petru Gabriel Vlase (PSD), Anca Spiridon, Generaldirektorin  der Kanzlei des Abgeordnetenpräsidenten, sowie Paul Mihail Ionescu und Paula Turcu als Berater - am 29. bis  31. Mai in Bern den Schweizer Nationalrat besuchen werden. Ausgesprochen wurde die Einladung von dessen Präsidenten Dominique de Buman.

Was hier so geschäftsmäßig aussieht, hat Proteste der Zivilgesellschaft in der rumänischen Diaspora in der Schweiz hervorgerufen. In einem offenen Brief  an den Nationalratspräsidenten du Buman drückt "#Rezist Zürich" seine "tiefste Enttäuschung über Ihre Initiative aus, eine so hoch kontroverse politische Person ins Schweizerische Parlament einzuladen".  Dragnea sei "strafrechtlich verurteilt und sitzt gerade seine zweijährige Strafe für Wahlfälschung auf Bewährung ab." Der Empfang des rumänischen Politikers stehe "im Widerspruch zu den internationalen Bemühungen der Schweiz zur Einhaltung europäischer Standards im Bereich Rechtsstaatlichkeit und Unabhängigkeit der Justiz in Rumänien" und der Bekämpfung der Korruption.

Besonders auffällig sei die Tatsache, dass gerade am 29. Mai gegen Dragnea ein weiteres Urteil anstehe:

Dann entscheidet der höchste Kassationsgerichtshof über ein Verfahren wegen Amtsmissbrauch, in dem die Staatsanwälte auf 7 Jahre und weitere 2 Jahre Haft plädieren. "#Rezist Zürich" findet besonders skandalös, dass an diesem Tag Dragnea offiziell im schweizerischen Parlament empfangen werde und sich nicht dem Urteil in Rumänien stelle.

Mittlerweile hat der Schweizer linke Abgeordnete Sommaruga in einem Interview seine Verwunderung über die Einladung des verurteilten und weiterhin angeklagten rumänischen Politikers ausgedrückt: "Es erscheint mir inopportun, in der Schweiz einen Politiker zu empfangen, der verurteilt und angeklagt ist, besonders wenn dies gerade an dem Tag stattfindet, an dem er ein weiteres Urteil erwartet. Durch diesen Besuch, hinterlässt Liviu Dragnea den Eindruck, dass er die Entscheidung des höchsten Gerichts politisch beeinflussen will, indem er zeigt, dass er in einer konsolidierten Demokratie wie der Schweiz willkommen ist. Ich glaube, das Schweizer Parlament wurde von Liviu Dragnea manipuliert."

"#Rezist Zürich" hat für Mittwoch zu einer Demonstration in Bern aufgerufen.

 

Romanians got talent...

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Flaviu Cernescu hat über 3 Millionen Klicks auf Youtube für einen dreiminütigen Video-Clip. Aber was für einen! Nichts für Nichtschwindelfreie...

 

https://youtu.be/MtFLKmb2w7A

https://de-de.facebook.com/flaviucernescu/


Die Eröffnung der Leipziger Buchmesse im vollbesetzten Gewandhaus stand deutlich im Zeichen der vor Beginn aufgekommenen Diskussion um den angemessenen Umgang mit Verlagen und Autoren, die "rechtem", hier gemeint rechtsradikalem Gedankengut nahe stehen. Sowohl Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels als auch Ministerpräsident Michael Kretschmer versuchten in dieser Diskussion zu differenzieren, als auch deutlich zu machen, dass rechtsextreme Ideologien den festen Widerstand begegnet werden müsse. Wie Skadi Jaennicke,die Bürgermeisterin Leipzigs zeigten auch sie sich überzeugt, dass dies erfolgreich möglich sei.

Nach der musikalischen Begleitung durch das Gewandhausorchester unter Andris Nelson

folgte die Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung. Verena Luekens Laudatio war eine bewegende Variation auf das Gebot "Du sollst nicht töten", von dem aus das Buch Asne Seierstads über den norwegischen rechtsradikalen Massenmörder Breivik als aussergewöhnliche literarisch-journalistische Arbeit gewürdigt wurde. In ihrer Dankesrede ging Seierstad auf diese doppelte Herangehensweise ebenso ein wie auf die Notwendigkeit der Bücher: Um das Andenken an eines der Opfer zu bewahren, die versuchte, mit Breivik zu reden und von ihm erschossen wurde, "dieses ungeheuer mutigen Mädchens, dürfen wir die Ideen, für die sie stand, nie aufgeben. Und unsere einzigen Werkzeuge sind dieselben, die sie wählte: Worte. Auf lange Sicht sind sie stärker."

 


 

Der Eröffnung der Buchmesse im vollbesetzten Gewandhaus war deutlich die einige Zeit davor aufgekommene Debatte über das Verhältnis zu 'rechten' und rechtsradikalen Verlagen und Autoren anzumerken. Sowohl Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, als auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer mahnten Differenzierungen und inhaltliche Auseinandersetzung an, liessen aber auch keinen Zweifel, dass dies die erfogreichen Formen gegen den Populismus seien. Der rumänische Aussenminister Teodor Meleșcanu hingegen beschrieb die Rumänen als überzeugte Europäer und wies auf die Beziehungen zwischen Leipzig und Bukarest hin.

Es folgte die Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung. Verena Luekens Laudatio war eine bewegende Variation auf das Gebot "Du sollst nicht töten", von dem aus sie das Buch Asne Seierstads über den norwegischen rechtsradikalen Massenmörder Breivik als aussergewöhnliche literarisch-journalistische Arbeit würdigte. In ihrer Dankesrede ging Seierstad auf diese doppelte Herangehensweise ebenso ein wie auf die Notwendigkeit der Bücher: Um das Andenken an eines der Opfer zu bewahren, die versuchte, mit Breivik zu reden und von ihm erschossen wurde, "dieses ungeheuer mutigen Mädchens, dürfen wir die Ideen, für die sie stand, nie aufgeben. Und unsere einzigen Werkzeuge sind dieselben, die sie wählte: Worte. Auf lange Sicht sind sie stärker."

Im Foyer fanden die aufgeworfenen Themen ihre Fortsetzung in Diskussionen bei Getränken und Häppchen.

Universität Jena

 

Institut für Romanistik

 

 

Prof. Dr. Valeska Bopp-Filimonov

 

 

Abb.: Institut für Romanistik

 

 

Rumänische Kulturtage Jena

 

31.01.2018 - 02.02.2018

 

Programm hier

 

 

 

 

 Mihaela Noroc:

 

The Atlas of Beauty.

 

 

 

Fotoausstellung f3 - freiraum für fotografie

 

10179 Berlin, Waldemarstr. 17

 

16.11. 2017-21.01.2018