Juni 1941 - Das Pogrom von Iaşi (6)

Reflexionen eines Massenverbrechens in Historiographie und Kunst

 

Neuer Ansatz und neue Ergebnisse

 

 

Adrian Cioflâncăs Forschungen und seine Website zum Pogrom von Iași

 

 

 

Das tatsächliche Geschehen um das Pogrom von Iași blieb während des kommunistischen Regimes unter einem ?? Zeremoniell der Jahrestage und oberflächlichen Bekundungen der Solidarität weitgehend verschüttet. Ein von zwei Forschern publiziertes offiziöses Buch enthielt zahlreiche Ungereimtheiten und ??:

 

 

 

 


Vlad Țepeș in ungarischen, türkischen, italienischen  Quellen

 

Ein Band des Corpus Draculianum zu den Überlieferungskreisen II und III

 

 

 

 

 

 Mit dem Teilband 1/2 sammelt das Corpus Draculianum die Überlieferungskreise II und III aus den ungarischen, osmanischen, moldauischen, polnischen, kaffensischen, italienischen, französischen, deutschen Dokumenten. Es handelt sich um 121 Briefe und Urkunden in sechs Sprachen, die nach den Einteilungskriterien der Herausgeber in Überlieferungskreise nicht von Vlad Țepeș oder seiner Kanzlei selbst (Überlieferungskreis I) stammen, sondern an ihn und seine Kanzlei gerichtet sind, ihn erwähnen oder sehr nahe Handlungen des Vlad III. Drăculea betreffen. Dabei stellt Überlieferungskreis III noch einmal eine weitere Distanz dar, indem dort Texte gesammelt werden, deren "Aussteller keine direkten diplomatischen Beziehungen zu V. und anderen walachischen Herrschaftseliten unterhielten, sondern lediglich mit seinen Nachbarn in Verbindung standen und auf deren Informationen angewiesen waren". (185) Dennoch "sind ihre Berichte von außerordentlichem Wert für die Rekonstruktion der Biographie des Woiwoden, die aufgrund der hohen Archivverluste in der Region zahlreiche Lücken aufweist." (185) Während Überlieferungskreis II vor allem ungarische Dokumente beinhaltet, greift Überlieferungskreis III auf die reichen italienischen Archive der Städte Venedig, Mailand zurück. Dieser Überlieferungskreis beinhaltet vor allem die Abschriften von kontinuierlichen Berichten des Abgesandten nach Buda, Pietro di Tommaso, oder des Mailänder Vertreters in Venedig, Antonio Guidobono, der hartnäckig eingegangene Nachrichten aus Südosteuropa an den Sforza-Hof in Mailand weiterleitete. Hinzu kommen eine Reihe von aufgefundenen Einzelbriefen zu unterschiedlichsten Anlässen aus unterschiedlichen Archiven. Als Einzelbrief stellt das Schreiben des Sultans Mehmed II, das den Walacheifeldzug von 1462 beschreibt ein Highlight dar, das hier erstmals publiziert und faksimiliert wird.

Einige Ergänzungsquellen beleuchten bisher wenig bekannte historische Vorgänge um Vlad wie ??.

Der zeitliche Rahmen dieser Quellen in Band 1/2 umfasst Vlads Biographie in der Zeit von 1452 bis 1477. Fotos zeigen zur Illustration einige der Quellen in ihrem Zustand und Aussehen.

Die Einteilung in Überlieferungskreise geht zurück auf die Absicht der Herausgeber, mit der Quellenedition die Herkunft der Vielfalt der sehr unterschiedlichen Perspektiven auf den Dracula-Woiwoden präzise zu bestimmen. In ihrer einleitenden Begleitstudie zu Band 1/2 führen sie aus, dass die Bewertung Vlads nicht auf einzelne Quellen, Autorengruppen, Herrschereliten, Volksgruppen, reduziert werden kann, sondern dass zwischen diesen mitunter subtile Abhängigkeiten bestehen. So machen die in diesem Band publizierten Quellen oft eine geringe Bedeutung Vlads für die Venezianer und Genuesen plausibel, wenn es um die militärische Situation gegenüber dem osmanischen Reich geht - von den Vlad zugeschriebenen Greueln ist da nicht die Rede. Diese kommen aber etwa in ?? vor. Es wird deutlich, wie komplex die Quellenlage die Frage nach der Beurteilung Vlad Țepeș durch seine Zeitgenossen macht.

 

Corpus Draculianum. Dokumente und Chroniken zum walachischen Fürsten Vlad dem Pfähler 1448-1650. Hg. v. Thomas M. Bohn, Adrian Gheorghe, Christof Paulus und Albert Weber. Bd. 1. Briefe und Urkunden. Teil 2: Die Überlieferung aus dem Königreich Ungarn und dem Mittelmeerraum. Bearbeiter Adrian Gheorghe und Albert Weber und Christof Paulus. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2018, ISBN 978-3-447-10628-3, 361 S., zahlr. Abb.

 

Rumänien im Sommer (2)

 

China ist da

 

 

 

 

In der Stadt Piatra-Neamț am östlichen Karpatenrand hat die Neuzeit der Transition durchaus Einzug gehalten. Davon künden äußerlich eine riesige Carrefour-Mall, zwei große renovierte Hotelhochhäuser, eine Reihe von Einkaufsmöglichkeiten, ein zu aufdringlicher Autoverkehr mit fast nur neuen ausländischen Wagen, erneuerte Trottoirs, renovierte oder neu erbaute Villen in blühenden Vorgärten, ein blinkendes neues Fußballstadion, zahlreiche neu gebaute große Kirchen und manch anderes mehr.

Jenseits dieser ins Auge fallenden Neuerungen sind allerdings die Überbleibsel der Vergangenheit ebenso nicht zu übersehen. Im Stadtteil Dărmănești steht noch, was früher Orion hieß, eine nicht übermäßig große Betonburg als Einkaufscenter mit unterschiedlichen Geschäften und Dienstleistungen. Es führt uns die Suche nach einer Lego-Transformers-Figur in das Gebäude, das auch einen chinesischen Laden beherbergen soll. Es zeigt sich, dass das komplette Obergeschoss Verkaufslokal chinesischer Waren ist - günstige (oder billige) Jacken, Kleider, Spielzeug, Haushaltswaren, die zumeist aus Plastikkunststoff hergestellt sind. Geleitet wird der Laden offensichtlich von einem Asiaten und auch eine Verkäuferin scheint asiatischer Herkunft. Bei der Präsenz chinesischer Billigwaren weltweit ist daran sicher nichts Ungewöhnliches festzustellen. Überraschend wird es aber, wenn man dann an der gleichen Straße etwas stadteinwärts ein noch größeres Geschäft in einem neuen Betongebäude neben dem großen Kaufland-Einkaufszentrum findet. In dem ungelüfteten riesigen Raum riecht es penetrant nach Plastik, das Angebot ist von gehobenerer Qualität mit viel Kinderspielzeug. Und wirklich überrascht ist man dann beim Besuch eines weiteren Betonkomplexes gegenüber des alten Historischen Museums im Zentrum der Stadt, der ebenfalls bessere Tage gesehen zu haben scheint. Im obersten Stock neben einem Club findet sich ein chinesisches Geschäft, vor allem mit Sommerkleidung und Sportgeräten. Aber hatten wir nicht noch an einer zentralen Straße neben dem zentralsten Einkaufszentrum am Hotel Plaza  ein chinesisches Geschäft gesehen? Auch in diesem am sichtbarsten plazierten Magazin chinezesc finden sich all die Dinge, von denen man bisher nur vermutete, dass sie in China hergestellt wurden. Jetzt macht ein Blick im Geschäft klar, dass dies auch der Fall ist. Und die Krönung stellt die Verwunderung über einen kleinen Laden im Orion dar, dessen gehobene Ausstattung mit Kleidung und Spielzeug ihn erst auf den zweiten Blick als chinesische Verkaufsstelle entpuppt. Ganz anders ist hier die Präsentation der Einzelstücke, qualitativ heben sich die Kleidungsstücke von den bisher gesehenen chinesischen Waren ab und fallen gegenüber denen in nichtchinesischen Läden kaum auf. Die gesuchte Transformers-Figur fand sich leider nirgends.

Alle diese chinesischen Läden haben wegen ihrer unterschiedlichen Präsentation und Niveau ihre Kundschaft, günstige Produkte finden für eine bestimmte Käuferschicht immer Kaufwillige. Dass dies in der rumänischen Provinz mit fast flächendeckender Präsenz allein aus chinesischer Herkunft gedeckt wird, macht deutlich, wie sehr das Modell des fernöstlichen kommunistischen Staates mit der ultrakapitalistischen Wirtschaft bereits die ausufernden Basare der Nachwendezeit Osteuropas (von denen es auch einen am Rande der Stadt gibt) verlassen und sich nun auf die nicht nur unteren Preissegmente fast aller Waren des täglichen Bedarfs ausgebreitet hat. Piatra-Neamț hat jedenfalls mindestens 5 große solcher chinesischer Verkaufsstellen vorzuweisen - und man braucht nicht viel Phantasie für die Annahme, dass es in zahlreichen rumänischen Städten auf dem Land nicht sehr viel anders aussieht. Und auf dem Markt der Stadt mit seinen zahlreichen Ständen und Geschäften erwecken jetzt auch billige Plastikwaren unsere besondere Aufmerksamkeit.

 

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Neversea, Untold, Afterhills, Electric Castle - Markennamen im trendigen Englisch? In gewisser Weise schon. Aber nicht Gegenstände als Waren sind hier gemeint, sondern Dienstleistungen oder genauer künstlerische Darbietungen - es handelt sich um die Namen von Megamusikfestivals in Rumänien. Spätestens fünfzig Jahre nach Woodstock, der Mutter aller Rockfestivals, hat der internationale Markt für solche Veranstaltungen auch Rumänien entdeckt. Landesweit werben die Medien für UNTOLD und Electric Castle in Cluj (Klausenburg), die große Besucherzahlen in die Universitätsstadt im Norden Siebenbürgens anlocken. Electric Castle findet beim Banffy Schloss in Bonțida statt und hat seinen Namen wegen der eher an elektronischer Musik orientierten Ausrichtung. Hauptact waren Mitte Juli neben dem DJ Nils Frahm und rumänischen Musikern wie Subcarpați, der Heldin älterer Generationen Loredana, den Berlinern Zmei3 auf der zentralen Bühne Florence and the Machine und Thirty seconds to Mars, aber auch die Rockband Limp Bizkit aus den USA. Ihr Konzert war mit 50000 Fans ausverkauft, an den 5 Tagen waren etwa 200000 auf das Gelände mit 10 Bühnen einige Kilometer von Cluj entfernt gekommen, was natürlich ein riesiges Transportchaos verursachte. Ansonsten versucht dieses wie die anderen Festivals als "grün" rüberzukommen, von Lidl (!!) gesponsert wurde eine Eco-Bühne und ein Mülltrennungsverfahren.  Der Discounter festigt damit in Rumänien sein Image als Mittelklassesupermarkt. Ansonsten bot das Festival zahlreiche Möglichkeiten zu kreativen Aktivitäten.

Noch mehr Besucher zieht UNTOLD in Cluj an: Die Festivalorganisatoren nannten dieses Jahr 372000 Besucher an 4 Tagen zu dem im Zentrum der Stadt und vor allem im Fußballstadion auf 10 Abspielstätten (darunter ein Tramwaggon!) angesiedelten Musikereignis. Headliner waren in diesem fünften Jahr der Veranstaltung der Sänger Robbie Williams und die Star-DJs Paul Kalkbrenner, David GuettaArmin van Buuren, aber auch Alt-Rapper Busta Rhymes oder der rumänische Star Smiley. Eine spektakuläre Lightshow zum Finale ließ das.Stadion aufblitzen und erglühen.

UNTOLD setzt bei seinem Vermarktungskonzept vor allem auch auf die Wirkung in die Stadt hinein, indem es aus dem Erlös sowohl den benutzten Park neu bepflanzt als auch Kinderspitäler und andere soziale Einrichtungen mit neuer Ausstattung versieht. 20% der BesucherInnen kommen aus Cluj, 20% aus dem Ausland, der Rest aus Rumänien, teilen die Veranstalter mit. Und lassen in der Stadt eine durchaus meßbare ökonomische Spur hinter sich. Im Ansturm der Massen von Zuschauern können luxuriöse Studentenwohnungen schon einmal für über 1000 Euro vermietet werden. Allerdings sieht sich das Festival wegen seiner Größe und der mitten in der Stadt in einem Park aufgebauten Bühnen auch kritischen Kommentaren gegenüber.

Am Meer in Constanța findet Neversea statt, nach eigener Einschätzung das "größte Strandfestival Europas". Hier dominieren am Stadtstrand unterhalb der Uferklippe Constanțas elektrische DJ-Musik bis in den späten Vormittag, sportliche Aktivitäten, Wasser, Sonne. Einige Bühnen sind auf dem Wasser installiert. Die Reihe der DJs ist endlos für die 4 Tage Unterhaltung, deren musikalische Darbietungen vor allem nachts durch permanente Light-und Lasershows sich ins Gedächtnis einschreiben. Unter den Acts sind Sean Paul, die junge rumänische Band The Motans, das Hip-Hop Urgestein Paraziții.

Noch nicht beendet ist das Afterhills Festival in Iași, das vor allem am Wochenende stattfindet. Es startete am 23. August auf 5 Bühnen und wird am 1. September enden. Am ersten Wochenende zog es 67000 Besucher an, als der Topact auf der Bühne stand - die englische Pop-Sängerin Rita Ora. In Dobrovăț bei Iași auf einem Wiesengelände zwischen den Hügeln finden unter der Woche vor allem  familienfreundlichere Formen der Unterhaltung statt, Kino, Comedy, Graffiti-Painting, Klettern, Tanzen und einige DJ-Acts. Das Festival im dritten Jahr ist das größte der Moldau. Am letzten Wochenende sind u.a. Morcheeba und Les Elephants Bizarres oder auch Subcarpați die Highlights.

Aber nicht nur diese Festivals fanden ihr zahlreiches Publikum: In Bukarest traten im neuen Nationalstadium die Alt-Rocker von Metallica und vor dem Parlamentspalast Bon Jovi vor jeweils mehreren Zehntausenden Fans auf - Open-Air allerorten.



Abbilder des Grauens

Ein Fotoband über das Pogrom von Iaşi

 

in diesem dichten Verweisungszusammenhang bleiben einige offene Fragen nicht zu übersehen. So wird zwar auf die hierarchische Struktur des von wenigen Zentren dominierten früheren  nationalen ?? verwiesen, in dem es "kleinere" Literaturen nur als "marginale" Mitspieler in der Weltliteratur gab, die häufig lediglich als Nachahmer und Imitatoren der Großen wahrgenommen wurden. Es ist allerdings nicht erkennbar, inwieweit das neue Konzept selbst nicht lediglich Produkt der aktuellsten Überlegungen in den US-amerikanischen, französischen und englischen Universitätsseminaren ist, das nun auch in entfernter gelegene Regionen schwappt. Zwar bietet es zahlreiche Hinweise auf einen gleichartigen  Status der nicht zentralen Literaturen, aber es bleibt unübersehbar, dass die Gefälle des globalen Systems theoretisch nicht eingefangen wird.

Der graubärtige Mann im Zentrum des nebenstehenden Fotos steigt als einer der letzten in einen Güterwaggon am Bahnhof von Iaşi.  Er blickt zurück, weil offensichtlich jemand unter den

 

Abb.: Indiana University Press, Bloomington

 

 

 

Uniformierten mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger auf ihn zeigt und etwas sagt. Es sind fast nur noch Uniformierte zu sehen - mit Tellermützen, Käppis, Gürteln, Waffen, Umhängetaschen, Epauletten.

Im unscharfen Hintergrund könnte noch ein Zivilist zu identifizieren sein. Es scheint nur ein sehr enger schlauchartiger Korridor neben dem Zug zu sein, der die Uniformierten aufnimmt. Hinter dem Graubärtigen mit der Mütze, der sich von der höheren Stufe des Güter/Viehwaggons umdreht, sind ein junger Mann erkennbar, der versucht, in den vollen Waggon zu gelangen, sowie ein weiterer Mann, der bereits in der Waggontür mit dem Blick nach innen steht.

Das Foto ist auf dem Einband des Bandes zu sehen, der zahlreiche der mittlerweile bekannt gewordenen Aufnahmen jenes unmenschlichen Geschehens in Iaşi versammelt, das Ende Juni bis Anfang Juli 1941 sich abspielte. Es sind verstörende Bilder der Gewalt, die aus unterschiedlichen Archiven zusammengetragen wurden.

Als Einführung gibt ein Text des als Herausgeber genannten Radu Ioanid, Direktor beim US Holocaust Museum in Washington, eine knappe Darstellung des Geschehens aufgrund von Archivdokumenten und Publikationen wie Cartea Neagră  von Matatias Carp, das 1948 in zwei Bänden erschien, Marius Mircu Pogromul de la Iaşi unmittelbar nach Kriegsende 1945 publiziert oder der sechsbändigen Quellenedition von Jean Ancel Documents concerning the Fate of Romanian Jewry during the Holocaust, New York 1986. Allerdings zieht Ioanid auch die einzige größere Publikation in kommunistischer Zeit heran, die stark ideologisch gefärbt ist: Aurel Kareţki, Maria Covaci, Zile însîngerate la Iaşi, 1941. Bucureşţi 1978, in der das Bild eines von der Bestialtität der Deutschen angestifteter gesellschaftlicher "Abschaum" sich habe zu Mordtaten hinreißen lassen.

 


Dragnea in Bern - "#Rezist" auch

 

Die Einladung des Schweizer Nationalrates an die Spitze der rumänische Abgeordnetenkammer scheint eine Normalität auszudrücken - da deren Präsident aber Liviu Dragnea ist, wundern sich viele über diese Aufwertung des Politikers auf internationalem Parkett.

 

Vor einigen Tagen meldete die rumänische Presse, dass die Leitung des Abgeordnetenhauses - darunter dessen Präsident Liviu Dragnea (PSD), der Vizepräsident und Abgeordnete Petru Gabriel Vlase (PSD), Anca Spiridon, Generaldirektorin  der Kanzlei des Abgeordnetenpräsidenten, sowie Paul Mihail Ionescu und Paula Turcu als Berater - am 29. bis  31. Mai in Bern den Schweizer Nationalrat besuchen werden. Ausgesprochen wurde die Einladung von dessen Präsidenten Dominique de Buman.

Was hier so geschäftsmäßig aussieht, hat Proteste der Zivilgesellschaft in der rumänischen Diaspora in der Schweiz hervorgerufen. In einem offenen Brief  an den Nationalratspräsidenten du Buman drückt "#Rezist Zürich" seine "tiefste Enttäuschung über Ihre Initiative aus, eine so hoch kontroverse politische Person ins Schweizerische Parlament einzuladen".  Dragnea sei "strafrechtlich verurteilt und sitzt gerade seine zweijährige Strafe für Wahlfälschung auf Bewährung ab." Der Empfang des rumänischen Politikers stehe "im Widerspruch zu den internationalen Bemühungen der Schweiz zur Einhaltung europäischer Standards im Bereich Rechtsstaatlichkeit und Unabhängigkeit der Justiz in Rumänien" und der Bekämpfung der Korruption.

Besonders auffällig sei die Tatsache, dass gerade am 29. Mai gegen Dragnea ein weiteres Urteil anstehe:

Dann entscheidet der höchste Kassationsgerichtshof über ein Verfahren wegen Amtsmissbrauch, in dem die Staatsanwälte auf 7 Jahre und weitere 2 Jahre Haft plädieren. "#Rezist Zürich" findet besonders skandalös, dass an diesem Tag Dragnea offiziell im schweizerischen Parlament empfangen werde und sich nicht dem Urteil in Rumänien stelle.

Mittlerweile hat der Schweizer linke Abgeordnete Sommaruga in einem Interview seine Verwunderung über die Einladung des verurteilten und weiterhin angeklagten rumänischen Politikers ausgedrückt: "Es erscheint mir inopportun, in der Schweiz einen Politiker zu empfangen, der verurteilt und angeklagt ist, besonders wenn dies gerade an dem Tag stattfindet, an dem er ein weiteres Urteil erwartet. Durch diesen Besuch, hinterlässt Liviu Dragnea den Eindruck, dass er die Entscheidung des höchsten Gerichts politisch beeinflussen will, indem er zeigt, dass er in einer konsolidierten Demokratie wie der Schweiz willkommen ist. Ich glaube, das Schweizer Parlament wurde von Liviu Dragnea manipuliert."

"#Rezist Zürich" hat für Mittwoch zu einer Demonstration in Bern aufgerufen.

 

Romanians got talent...

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Flaviu Cernescu hat über 3 Millionen Klicks auf Youtube für einen dreiminütigen Video-Clip. Aber was für einen! Nichts für Nichtschwindelfreie...

 

https://youtu.be/MtFLKmb2w7A

https://de-de.facebook.com/flaviucernescu/


Die Eröffnung der Leipziger Buchmesse im vollbesetzten Gewandhaus stand deutlich im Zeichen der vor Beginn aufgekommenen Diskussion um den angemessenen Umgang mit Verlagen und Autoren, die "rechtem", hier gemeint rechtsradikalem Gedankengut nahe stehen. Sowohl Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels als auch Ministerpräsident Michael Kretschmer versuchten in dieser Diskussion zu differenzieren, als auch deutlich zu machen, dass rechtsextreme Ideologien den festen Widerstand begegnet werden müsse. Wie Skadi Jaennicke,die Bürgermeisterin Leipzigs zeigten auch sie sich überzeugt, dass dies erfolgreich möglich sei.

Nach der musikalischen Begleitung durch das Gewandhausorchester unter Andris Nelson

folgte die Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung. Verena Luekens Laudatio war eine bewegende Variation auf das Gebot "Du sollst nicht töten", von dem aus das Buch Asne Seierstads über den norwegischen rechtsradikalen Massenmörder Breivik als aussergewöhnliche literarisch-journalistische Arbeit gewürdigt wurde. In ihrer Dankesrede ging Seierstad auf diese doppelte Herangehensweise ebenso ein wie auf die Notwendigkeit der Bücher: Um das Andenken an eines der Opfer zu bewahren, die versuchte, mit Breivik zu reden und von ihm erschossen wurde, "dieses ungeheuer mutigen Mädchens, dürfen wir die Ideen, für die sie stand, nie aufgeben. Und unsere einzigen Werkzeuge sind dieselben, die sie wählte: Worte. Auf lange Sicht sind sie stärker."

 


 

Der Eröffnung der Buchmesse im vollbesetzten Gewandhaus war deutlich die einige Zeit davor aufgekommene Debatte über das Verhältnis zu 'rechten' und rechtsradikalen Verlagen und Autoren anzumerken. Sowohl Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, als auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer mahnten Differenzierungen und inhaltliche Auseinandersetzung an, liessen aber auch keinen Zweifel, dass dies die erfogreichen Formen gegen den Populismus seien. Der rumänische Aussenminister Teodor Meleșcanu hingegen beschrieb die Rumänen als überzeugte Europäer und wies auf die Beziehungen zwischen Leipzig und Bukarest hin.

Es folgte die Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung. Verena Luekens Laudatio war eine bewegende Variation auf das Gebot "Du sollst nicht töten", von dem aus sie das Buch Asne Seierstads über den norwegischen rechtsradikalen Massenmörder Breivik als aussergewöhnliche literarisch-journalistische Arbeit würdigte. In ihrer Dankesrede ging Seierstad auf diese doppelte Herangehensweise ebenso ein wie auf die Notwendigkeit der Bücher: Um das Andenken an eines der Opfer zu bewahren, die versuchte, mit Breivik zu reden und von ihm erschossen wurde, "dieses ungeheuer mutigen Mädchens, dürfen wir die Ideen, für die sie stand, nie aufgeben. Und unsere einzigen Werkzeuge sind dieselben, die sie wählte: Worte. Auf lange Sicht sind sie stärker."

Im Foyer fanden die aufgeworfenen Themen ihre Fortsetzung in Diskussionen bei Getränken und Häppchen.

Universität Jena

 

Institut für Romanistik

 

 

Prof. Dr. Valeska Bopp-Filimonov

 

 

Abb.: Institut für Romanistik

 

 

Rumänische Kulturtage Jena

 

31.01.2018 - 02.02.2018

 

Programm hier

 

 

 

 

 Mihaela Noroc:

 

The Atlas of Beauty.

 

 

 

Fotoausstellung f3 - freiraum für fotografie

 

10179 Berlin, Waldemarstr. 17

 

16.11. 2017-21.01.2018